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Erste Pellet Kaskade in einer sächsischen Kirche

Das Gotteshaus in Affalter wird ab sofort mit Pellets geheizt – als erstes in Sachsen. Am Anfang stand ein kalter Advent.

 Zwei nagelneue Brenner stehen im Keller der Affalterer Kirche. Sie haben schmucke Touchscreen-Displays, und Pfarrer Raphael Weiß ist schwer begeistert: „Mit den Rechnern, die hier drin stecken, hätten wir früher W-LAN-Partys veranstaltet.“ Die neuen Heizkessel kann er per Smartphone-App aus der Ferne steuern und den Saal heizen, sollte das kurzfristig nötig werden. Das Wichtigste ist jedoch: Endlich hat die kleine Kirche im Lößnitzer Ortsteil Affalter wieder eine funktionierende Heizung.

Das Pfarrer-Ehepaar Elke Seekamp-Weiß und Raphael Weiß erinnert sich noch an den Schreck im vorigen Jahr, als es am Freitag vor dem 1. Advent kalt im Gotteshaus wurde. Die 27 Jahre alte Ölheizung war ausgefallen, diesmal endgültig. „Wir sind durchs Dorf gefahren und haben uns Heizlüfter und Ölradiatoren zusammengeborgt, damit wir die Kirche zum Adventsgottesdienst heizen konnten“, erzählt Raphael Weiß. Nicht nur die Kirche, auch die Pfarrerswohnung im Dachgeschoss.

In den Tagen danach installierte die Lößnitzer Installations- und Gebäudetechnik Schmuck als Notlösung eine mobile Heizung. Das ist ein Aggregat, das anstelle des Ölbrenners an den Wärmekreislauf angeschlossen wird und Wasser mithilfe elektrischer Energie erhitzt.

Ein Jahr nach der Havarie – durch die Auswirkungen der Corona-Krise gab es Lieferengpässe – wurde eine moderne Pelletheizung in Betrieb genommen, die erste ihrer Art in einer sächsischen Kirche, sagt Raphael Weiß. Da sie Holzpellets statt Öl verfeuert, rechnet die Kirchgemeinde mit einer jährlichen Einsparung von bis zu 2000 Euro bei den Brennstoffkosten. Außerdem gilt die Heizung als umweltfreundlich. Pro Jahr benötigt man voraussichtlich zehn Tonnen Pellets. Bisher waren es 5000 Liter Heizöl. Der Kohlendioxidausstoß soll sich so von 15,6 Tonnen auf 110 Kilogramm verringern. „In der Kirche reden wir gern von Bewahrung der Schöpfung“, sagt Raphael Weiß. „Wir haben nicht nur geredet, sondern tatsächlich etwas getan.“